• Pressemitteilung DEUTSCH

    Nach dem Bergbau – Verantwortung wahrnehmen,
    Herausforderungen gemeinsam begegnen

     

     „Nach dem Bergbau: Herausforderungen. Impulse. Perspektiven.“ Unter diesem Motto veranstalteten RAG und RAG-Stiftung am Dienstag, 10. Juni, gemeinsam im UNESCO-Welterbe Zollverein ein Zukunftsforum. Vor dem Hintergrund der auslaufenden Steinkohlenförderung in Deutschland Ende 2018 zeichneten die beiden Partner gemeinsam Lösungskompetenzen für die Zeit nach dem Bergbau auf und diskutierten sie mit nationalen wie internationalen Experten.
    Dr. Werner Müller, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung, betonte: „Ruhr und Saar sind lebenswerte Regionen und sollen es auch nach dem Bergbau bleiben. Dafür Sorge zu tragen, ist eine kollektive Verpflichtung. RAG und RAG-Stiftung werden ihren Beitrag hierzu leisten. Es ist unser Ziel, mit den Akteuren aus Politik und Gesellschaft und nicht zuletzt mit den Menschen in den Regionen den Wandel zu gestalten. Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, auf Zollverein Gäste mit viel Erfahrung in Transformationsprozessen an einen Tisch zu bringen, um sich über die Zukunft der Regionen auszutauschen.“


    Zum Kreis der Redner und Diskutanten gehörten unter anderem die Ministerpräsidentin des Saarlandes Annegret Kramp-Karrenbauer, der IG BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis sowie der renommierte Nachhaltigkeitsexperte Prof. Dr. Björn Stigson.
    Die geplanten Reden von Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Energie Sigmar Gabriel sowie des Ministers für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr Michael Groschek mussten leider aufgrund des Unwetters in Essen ausfallen. Laut vorliegendem Redemanuskript weist Vizekanzler Gabriel dem Bergbau und seinen Institutionen eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des Wandels an Ruhr und Saar zu. Mit Blick auf die über Jahrzehnte gewonnenen Kompetenzen betont er zudem: „Das einzigartige Know-how aus den Erfahrungen des Nachbergbaus kann auch international wertvolle Beiträge zur nachhaltigen Gestaltung industrieller Strukturen leisten.“

    Im Anschluss an die bundespolitischen Überlegungen rückten die konkreten Herausforderungen und Lösungsansätze des Saarlandes und des Landes Nordrhein-Westfalen in den Fokus der Diskussion. Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer brachte die Erfahrungen des Saarlandes ein, das sich bereits vollständig in der Zeit nach dem Bergbau befindet. Sie sagte: „Nachhaltige Lösungen gelingen immer dann, wenn alle Beteiligten von Anfang an in Entscheidungsprozesse einbezogen werden.“
    Welche Auswirkungen der Rückzug des Bergbaus für eine der dicht besiedelsten Industrieregionen der Welt hat, erläuterte Minister Groschek laut vorliegendem Redemanuskript: „Der Auslauf des Bergbaus im Ruhrgebiet ist ein Kernprozess des Wandels und findet international viel Beachtung. Delegationen aus der ganzen Welt schauen sich hier an, wie wir beispielsweise Flächen revitalisieren oder die Infrastruktur der Bergwerke für erneuerbare Energien nutzen wollen. Das Interesse belegt unsere führende Stellung im Bergbau wie im Nachbergbau. Darauf können wir stolz sein.“


    RAG und RAG-Stiftung wollten weiter gehen: „Aus unserer Tradition und der Verantwortung über das Jahr 2018 hinaus wollen wir neue Impulse und Perspektiven für Ruhr und Saar geben“, so Dr. Werner Müller. Sie sollen dazu dienen, gemeinsam mit allen Beteiligten an der weiteren Entwicklung der Bergbauregionen zu arbeiten und sie lebenswert zu erhalten.

     

    Die Handlungsfelder umfassen:
    • Dialog und Kooperation fördern – Gemeinsam nachhaltig handeln
    • Einzigartige Kompetenzen weiterentwickeln – Weltweite Standards in Wissenschaft und Praxis setzen
    • Gesellschaftliche Verantwortung tragen – Perspektiven für Menschen schaffen
    • Attraktivität steigern – Neue Impulse für Wohnen, Leben und Arbeiten
    • Historisches Erbe bewahren – Regionale Identität stärken

     

    Dazu der RAG-Vorstandsvorsitzende Bernd Tönjes: „Der Bergbau geht, aber die Fläche bleibt. Und damit bleibt auch unsere Verantwortung, diese nachhaltig zu entwickeln.“ Gerade zum Thema erneuerbare Energien gäbe es hier bereits einige erfolgreiche und innovative Projekte auf dem Zukunftsforum zu sehen. „Im Bereich Wissenschaft haben wir in Bochum mit der TFH Agricola, der Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets und dem Deutschen Bergbaumuseum auf wenigen Quadratkilometern einzigartige Kompetenzen versammelt. Das bietet Chancen und Potentiale, dieses Wissen besser international vermarkten zu können. Denn der anhaltende globale Kohleboom ist für den Betreiber der modernsten Bergwerke der Welt und mit über 50 Jahren Erfahrung im Nachbergbau eine Verpflichtung, seine Kompetenzen ,Made in Germany' global anzubieten“, so Bernd Tönjes weiter. Inhaltliche Impulse hierfür lieferten im weiteren Verlauf der Veranstaltung zwei Podiumsdiskussionen.

    Diskutanten aus verschiedenen Disziplinen beleuchteten die Herausforderungen komplexer Wandlungsprozesse aus regionaler Perspektive. Erfolgsprojekte wie InnovationCity in Bottrop wurden genauso diskutiert, wie die Rolle des Bergbaus für die Integration und der Umgang mit seinem kulturellen Erbe. Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Vorstandsmitglied der RAG-Stiftung, verweist in diesem Zusammenhang auf die Rolle der Bildung in diesem Prozess: „Die Kohle des 21. Jahrhunderts ist das Wissen in den Köpfen der Menschen. Die Bergbauregionen haben ihre Potenziale bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Daher wird die RAG-Stiftung in Zukunft ihren Beitrag in diesem Bereich weiter verstärken.“


    In einer zweiten Podiumsdiskussion ging es um Perspektiven, die sich auf internationaler Ebene bieten. Dazu wurden die Kompetenzen und Leistungen der RAG in das internationale Schaufenster gestellt. Den Auftakt der Diskussion machte Prof. Dr. Björn Stigson. Der Nachhaltigkeitsexperte betonte: „Globalisierung und Wachstumsfixierung haben Solidarität und Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren in den Hintergrund gerückt. Damit Veränderungen nachhaltig gelingen, brauchen wir eine Rückbesinnung auf Kooperation als erfolgskritischen Faktor von Veränderungen.“

    Der IG BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis wies in diesem Zusammenhang auf die wichtige Rolle der Gewerkschaften hin: „Die Erfahrung zeigt, dass nur mit starken Gewerkschaften der Wandel erfolgreich gestaltet werden kann. Nur Regionen, die auf Mitsprache und Mitbestimmung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie deren Gewerkschaft setzen, sind auf Dauer sozial stabil und ökonomisch stark."

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    Über die RAG-Stiftung

    Die privatrechtliche RAG-Stiftung wurde 2007 gegründet. Die RAG-Stiftung wird bis Ende 2018 ein Stiftungsvermögen aufbauen, um ab 2019 die sogenannten Ewigkeitsaufgaben des deutschen Steinkohlenbergbaus an Ruhr und Saar zu finanzieren.


    Über die RAG

    Die RAG fördert 7,5 Millionen Tonnen Steinkohle, beschäftigt 12.000 Mitarbeiter und bildet 800 Jugendliche aus. Sie setzt den politischen Auftrag des sozialverträglichen Ausstiegs aus dem Steinkohlenbergbau um. Das Unternehmen wird auch danach den strukurellen Wandel in den Bergbauregionen verantwortungsvoll weiter begleiten.

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    Pressekontakt

     

    RAG-Stiftung
    Sabrina Manz
    Rüttenscheider Straße 1-3
    45128 Essen
    Tel. +49-201-801-3366
    E-Mail: sabrina.manz@rag-stiftung.de


    RAG Aktiengesellschaft

    Christof Beike
    Shamrockring 1
    44623 Herne
    Tel. +49-2323-15-2596
    E-Mail: christof.beike(at)rag.de